Besondere Drucktechniken

Zum Anfassen schön: Relieflack

Lass dein Logo unter den Fingerspitzen spürbar werden. Die Spot-UV-Technik (partieller Lack) legt auf die von dir gewählten Bereiche eine dreidimensionale, glänzende Schicht und verwandelt deine Visitenkarte in ein echtes Luxusobjekt.

Was ist Relieflack?

Relieflack – in der Druckbranche auch als Spot-UV oder partieller Lack bekannt – bedeutet, dass nur auf von dir festgelegte Bereiche deiner Visitenkarte eine transparente, mit UV-Strahlung ausgehärtete Lackschicht aufgetragen wird. Da der Lack nicht auf die gesamte Fläche, sondern nur auf ausgewählte Stellen (Spots) kommt, entsteht ein scharfer Kontrast zum übrigen Design. Das Ergebnis ist sowohl optisch als auch haptisch einzigartig: Fährst du mit dem Finger über das Logo, spürst du eine leicht erhabene, glatte Oberfläche. Besonders auf transparentem PVC erzeugt dieser Effekt zusammen mit dem Licht eine dramatische Tiefenwirkung.

Matt oder glänzend?

Spot-UV gibt es in zwei verschiedenen Ästhetiken. Der Ton deines Designs und die Botschaft deiner Marke entscheiden, welche Richtung die richtige ist.

Glänzendes Spot-UV

Der UV-Lack härtet hochglänzend aus, reflektiert das Licht und lässt die darunterliegende Farbe aufleuchten. Wird glänzendes Spot-UV auf einem matten Untergrund eingesetzt, scheint der lackierte Bereich förmlich aus der Oberfläche herauszutreten. Der Kontrast erreicht sein Maximum.

Logos, große Überschriften, geometrische Akzentformen und Designs, die maximale visuelle Wirkung wollen

Mattes Spot-UV

Der Lack härtet mit matter Oberfläche aus; statt optischem Glanz steht der haptische Unterschied im Vordergrund. Die Karte wirkt rundum matt, mit den Fingern erkennst du den lackierten Bereich jedoch mühelos. Das erzeugt einen feinen und edlen Effekt.

Designs mit Luxus-, minimalistischem oder hochwertigem Corporate-Anspruch; Situationen, in denen sichtbare Fingerabdrücke reduziert werden sollen

Auf welche Bereiche wird er aufgetragen?

Spot-UV entfaltet die stärkste Wirkung, wenn es bestimmte Designelemente hervorhebt. Statt die ganze Fläche zu bedecken, triffst du besser strategische Auswahl.

Logo und Markenzeichen

Dein Logo ist das wichtigste Element der Karte. Mit Relieflack verleihst du ihm Struktur, Licht und Volumen. So hinterlässt es einen einprägsamen Eindruck, der in jedem Lichtwinkel anders aussieht.

Name und Position

Deinen Namen oder deine Position mit Spot-UV hervorzuheben, lenkt den Blick der empfangenden Person direkt auf dich. Besonders bei leitenden Positionen erzielt das eine starke Wirkung.

Geometrische Muster und Rahmen

Eckverzierungen, feine Linien, Bordüren und Hintergrundmuster gewinnen mit Relieflack sowohl Struktur als auch einen Lichteffekt. Das verleiht dem Design Tiefe und wertet einen schlichten Untergrund auf.

Besondere Akzente und Icons

Website-Icons, Telefon-Symbole oder Social-Media-Logos kannst du mit Spot-UV betonen. Selbst kleine Bereiche werden dank Relieflack auffällig.

Maximal 70 % der Visitenkartenfläche lassen sich mit Spot-UV belegen. Für den besten Kontrasteffekt empfehlen wir, den Lackbereich auf 30–50 % der Gesamtfläche zu begrenzen. Sehr feine Linien (unter 0,25 mm) und kleine Schriftgrößen (unter 8 pt) können beim Lackauftrag an Detailschärfe verlieren.

Wie bereite ich die Datei vor?

Eine druckfertige Datei für Spot-UV erfordert einen besonderen Ebenenaufbau. Folge der Anleitung Schritt für Schritt.

1

Lege deine Designdatei im CMYK-Modus an

Erstelle dein Hauptdesign im Farbmodus CMYK. Logo, Text, Hintergrund und alle visuellen Elemente liegen auf dieser Ebene. Lege die Datei mit 300 DPI Auflösung und 3 mm Beschnittzugabe (Bleed) an.

2

Erstelle eine separate Spot-UV-Ebene

Öffne in deinem Designprogramm (Adobe Illustrator oder InDesign) eine neue Ebene und benenne sie „Spot UV“ oder „Varnish“. Verschiebe oder kopiere alle Objekte, die lackiert werden sollen, auf diese Ebene. Verwende „An Originalposition einfügen“ (Paste in Place), damit die Objekte an ihrer ursprünglichen Stelle bleiben.

3

Färbe die Spot-UV-Ebene auf 100 % Schwarz

Wandle alle Objekte der Spot-UV-Ebene in reines Schwarz um (C:0, M:0, Y:0, K:100). Die Druckerei nutzt diese schwarze Ebene als Druckform für den Lack. Nicht die Farbinformation ist wichtig, sondern allein die Forminformation. Verwende keine Grau- oder Zwischentöne.

4

Als PDF exportieren und prüfen

Speichere die Datei im Format PDF/X-1a oder PDF/X-4 und stelle sicher, dass die Option „Sonderfarben“ aktiviert ist. Prüfe die Separationen in Adobe Acrobat unter Erweitert > Druckproduktion > Ausgabevorschau. Vergewissere dich, dass die Spot-UV-Ebene als eigene Separation erscheint.

Wenn du bei TransparentCard bestellst, lade zwei separate Dateien hoch: (1) dein vollfarbiges CMYK-Design und (2) die Schwarz-Weiß-Ebene, die nur die Spot-UV-Bereiche enthält. Gestaltest du mit unserem Editor-Tool, erstellen wir deine Spot-UV-Maske automatisch.

Transparente Karte + Relieflack: maximale Wirkung

Transparenter PVC-Untergrund und Relieflack sind eine der Kombinationen, die am besten miteinander harmonieren.

Der größte Vorteil transparenter Visitenkarten ist, dass jeder Hintergrund dahinter zum Teil der Karte wird. Relieflack treibt diesen Effekt noch weiter: Wenn Licht durch das transparente PVC fällt, trifft es auf die Spot-UV-Schicht und erzeugt Brechung (Refraktion). Besonders im Streiflicht – Tischlampe, Fensterlicht, Smartphone-Display – funkelt der lackierte Bereich in farbigem Lichtspiel. Das Ergebnis ist ein einzigartiges Erlebnis, bei dem Transparenz, Tiefe und haptischer Luxus auf einer einzigen Karte zusammenkommen.

  • Hebe auf transparentem Untergrund dein Logo vollflächig lackiert hervor und betone kleine Akzentdetails mit einem Rahmen- oder Kontur-Lack
  • Die Kombination aus mattem Untergrund + glänzendem Spot-UV funktioniert auch auf transparenten Karten; bedenke dabei, dass der Mattfilm die Transparenz etwas verringert
  • Vermeide sehr große, vollflächige Lackbereiche; denn die sichtbaren transparenten Flächen sind die größte ästhetische Stärke der Karte

Haltbarkeit und Pflege

Die mit UV ausgehärtete Lackschicht ist äußerst widerstandsfähig. Unter normalen Nutzungsbedingungen – Geldbörse, Kartenbox, Handfläche – bleibt der Spot-UV-Bereich 1–2 Jahre oder länger kratzerfrei und ohne zu verblassen. Der PVC-Untergrund ist ohnehin wasser- und feuchtigkeitsbeständig; der Lack darüber verstärkt diesen Schutz zusätzlich. Bei der Fingerabdruck-Beständigkeit zeigt die Spot-UV-Oberfläche im Vergleich zu einer Standard-Mattlaminierung ein ähnliches Verschmutzungsverhalten. Zum Reinigen genügt ein feuchtes, weiches Tuch; verwende keine Scheuermittel und keine alkoholhaltigen Lösungsmittel. Setze die Karten nicht über längere Zeit direktem Sonnenlicht aus; UV-Schäden können die Farbe der Lackschicht verändern.

Trägst du deine Visitenkarten in einer Karten-Box aus Leder oder Hartkunststoff, behält die lackierte Oberfläche über Jahre ihr neues Aussehen.

Häufige Fragen

Normaler Vollflächenlack (Full-UV-Coating) wird gleichmäßig auf die gesamte Kartenoberfläche aufgetragen. Relieflack (Spot-UV) kommt dagegen nur auf ausgewählte Bereiche. Dieser partielle Auftrag erzeugt einen starken optischen und haptischen Kontrast zwischen lackierten und unlackierten Zonen. Beim Full-UV gibt es keinen Kontrast, die gesamte Oberfläche sieht gleich aus.

Nein, es lässt sich sowohl auf der Vorder- als auch auf der Rückseite auftragen. Die Designbalance wirkt allerdings stärker, wenn eine Seite intensiver und die andere schlichter gehalten ist. Beide Seiten dicht zu lackieren, gibt der ganzen Karte dieselbe Struktur und schwächt den Kontrasteffekt ab.

Für Spot-UV werden eine Mindest-Linienstärke von 0,5 mm (etwa 1,4 pt) und eine Mindest-Schriftgröße von 10 pt empfohlen. Details unterhalb dieser Grenzen können beim Lackauftrag ihre Kanten verlieren oder ineinanderlaufen. Logos und große dekorative Elemente liefern die besten Ergebnisse.

Im TransparentCard-Editor steht Spot-UV-Unterstützung bereit. In der Designoberfläche wählst du einfach die Elemente aus, die du lackieren möchtest, und aktivierst die Funktion „Veredelung“ oder „Spot UV“. Beim Erstellen der Druckdatei legt das System die Lackmaske automatisch als eigene Ebene an. Gestaltest du mit einem externen Programm, kannst du die Option zum Hochladen von zwei Dateien nutzen.

Wird glänzendes Spot-UV aufgetragen, erhält der lackierte Bereich eine leicht opake Reflexionsschicht. Dieser Effekt ist meist ästhetisch erwünscht: Der mit Licht spielende, glänzende Lackbereich bildet einen starken Kontrast zur Transparenz der übrigen Karte. Mattes Spot-UV verringert die optische Reflexion und beeinflusst die Transparenz vergleichsweise weniger.

Ja, da der Spot-UV-Auftrag eine zusätzliche Druckform und einen speziellen Prozess erfordert, ist er etwas teurer als der Standarddruck. Bedenkt man jedoch, dass er den wahrgenommenen Wert deiner Karte und den professionellen Eindruck deutlich steigert, amortisiert sich diese Investition meist schnell. Preisdetails findest du in den Optionen im Bestellbildschirm.

Brauchst du Hilfe beim Relieflack-Design?

Unser Designteam hilft dir, deine Datei für Spot-UV zu optimieren und die wirkungsvollsten Lackbereiche auszuwählen.

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